|
|
 |
|
Modellvorhaben zum Fledermausschutz bei Restaurierungsarbeiten an den national wertvollen salzgeschädigten Wandmalereien der Kirche zu Semlow (Mecklenburg-Vorpommern)
|
|
 |
 |
|
Problemstellung und Stand des Wissens
Die Fledermäuse in der Semlower Kirche Über den gesamten Frühjahres- und Sommerzeitraum fliegen wenige Fledermäuse in der Semlower Kirche. Ab Anfang August kommt es zu einer spürbaren Aktivitätszunahme. Erst vor wenigen Jahren konnte durch intensive Forschung Licht in das Phänomen des spätsommerlichen Schwärmverhaltens der Zwergfledermäuse gebracht werden. Heute weiß man, dass der Beginn des Schwärmens mit der Auflösung der Wochenstubenquartiere, in denen Fledermausweibchen in den Sommermonaten zusammenleben und ihre Jungtiere aufziehen, zusammenfällt. Für die jungen Zwergfledermäuse beginnt eine wichtige Lern- und Prägungsphase. Ihre Mütter leiten sie zu den ihnen bekannten Winterquartieren. Das erfolgt direkt nach dem Flüggewerden, da die Jungtiere bereits wenige Wochen nach der Entwöhnung das Muttertier verlassen und ihrer eigenen Wege “fliegen”. Eines der wichtigsten Winterquartierobjekte in etwa 50km Umkreis ist die Semlower Kirche, die im Zeitraum von Anfang August bis Ende August jeden Jahres von schätzungsweise 2000 Tieren “beschwärmt” wird. Von diesen Tieren überwintern im Kirchenschiff nach ersten vorsichtigen Schätzungen 200 Tiere. Hier lernen die Jungtiere in die Kirche einzufliegen und erkunden im mehrstündigen Flügen nahezu jede Spalte im Kirchenschiff. Dies absolviert jedes Jungtier wahrscheinlich mehrfach. Die Tiere geben während der Erkundung Kot und Urin ab. Ohne dieses Schwärmen sind die Tiere allerdings nicht in der Lage bei einbrechendem Frost in kürzester Zeit ihr Winterquartier aufzusuchen und laufen Gefahr die wenigen Fettreserven in kürzester Zeit in weniger geeigneten Quartieren aufzuzehren. In die Schwärmzeit fällt wohl auch die Fortpflanzung der Tiere. Fünf Fledermausarten wurden bisher in ihrem Winterquartier in der Semlower Kirche nachgewiesen: Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus): Früher war die Mopsfledermaus eine der häufigsten einheimischen Arten. Inzwischen gilt sie aber in vielen Regionen als ausgestorben. Einige Wenige Wochenstuben im Nordosten Deutschlands lassen hoffen, dass die Mopsfledermaus langsam wieder Fuß fassen könnte. Wo sie auftaucht, müssen ihre Quartire geschützt werden. Noch wichtiger ist es allerdings, von Pestiziden unbelastete Lebensräume zu erhalten und neu zu schaffen Braunes Langohr (Plecotus auritus): Da Braune Langohren relativ kleine Jagdgebiete in oft nur wenigen hundert Meter Entfernung zum Quartier unterhalten, kann man eine lokale Langohrenpopulation wirksam schützen. Voraussetzungen sind allerdings der Erhalt der Quartiere und die Sicherung der umliegenden Wälder ohne bei deren Bewirtschaftung schwer abbaubare Insektenvernichtungsmittel einzusetzen. Zwergfledermaus (Pipistrellus pipistrellus): Die Zwergfledermaus ist unsere häufigste einheimische Fledermausart. Da sie im menschlichen Siedlungsraum Wohnung und Nahrung findet, scheint sie das Zusammenleben mit uns Zweibeinern gut zu meistern. Umso mehr ist sie aber von Quartierzerstörung durch Renovierungsarbeiten, giftige Holzschutzmittel und dergleichen bedroht. Die einigermaßen gesunden Zwergfledermausbestände sollten unbedingt erhalten werden. Mückenfledermaus (Pipistrellus pygmaeus mediterraneus): Um die Mückenfledermaus schützen zu können, ist es dringend erforderlich, mehr über diese neu entdeckte Art herauszufinden. Mit Sicherheit kann gesagt werden, dass die bei uns wesentlich seltener ist, als die Zwergfledermaus. Breitflügelfedermaus (Eptesicus serotinus): Auch die Breitflügelfledermäuse leben bevorzugt in menschlichen Siedlungen. Deshalb gilt bei ihr gleiches, wie bei den Zwergfledermäusen. Umso mehr, da ihre Art viel seltener ist, als die Zwergfledermaus. Die Zwergfledermaus ist die mit Abstand häufigste Überwinterungsart in der Semlower Kirche. Nach derzeitigen Schätzungen könnten hier mehrere hundert Tiere überwintern. Damit zählt die Kirche zu einem der bedeutensten Winterquartiere in Mecklenburg-Vorpommern. Weshalb gerade die Semlower Kirche verstärkt als Überwinterungsquartier aufgesucht wird, ist zurzeit unklar. Dennoch sind folgende Annahmen möglich: - Semlow liegt im Randbereich des Recknitztals und damit in einer Landschaft mit erstklassiger naturräumlicher Ausstattung und einem überdurchschnittlich hohen Fledermausbestand; Kirchenschiff und Turm verfügen über gute klimatische Überwinterungsbedingungen - Spalten im Mauerwerk bzw. zwischen Mauerwerk und Empore bieten den Tieren gute Versteckmöglichkeiten - die Tiere suchen die Kirche sehr wahrscheinlich bereits traditionell seit mehreren Fledermausgenerationen auf - andere Quartiere sind in den letzten Jahren zerstört oder fledermausfeindlich saniert worden; damit gewinnt die Semlower Kirche zunehmen an Bedeutung.
Die Inenausmalung der Semlower Kirche Einführung: Das Kirchenschiff weist noch vollständig sichtbar die Ausmalung durch den Lübecker Denkmalpfleger Carl Julius Milde von 1861 auf, welche die Bemalung der Wandflächen, der Holzkassettendecke und des Triumphbogens umfasst. Bei diesem Ausmalungsprogramm handelt es sich in Gestaltung und Qualität für die Region einmaliges Werk, das auch überregionale Bedeutung beanspruchen darf. Die Bilder im spätnazarenischen Stil sind in eine romanisierende Architekturmalerei eingebunden und zeigen an den Wänden unten Szenen aus dem Alten Testament und darüber Erzengel, im Triumphbogen Propheten und an der Decke Darstellungen des Jüngsten Gerichts mit Aposteln, Engeln und in der Mitte Jesus als Weltenrichter. Ebenfalls von Milde sind die Brustbilder von Kirchenvätern, Missionaren und Reformatoren an der Orgelempore. Zustand und Schäden der Wandmalerei: Putz: Trotz seiner guten Festigkeit weist der noch mittelalterliche Putz an den inneren Wandflächen partiell Lockerungen der Struktur auf. Diese sind auf das Vorhandensein von Salzen in Verbindung mit dem Eindringen von Wasser in den letzten Jahrzehnten zurück zu führen. Hauptsächlich besteht die Salzbelastung qualitativ aus Nitraten, die vorrangig auf das Vorhandensein der Fledermäuse zurück zu führen sind. Die Strukturveränderungen des Putzes äußern sich durch Absanden und oberflächigem Substanzverlust. Die durch Salze und Feuchte bedingten Schäden äußern sich auch als Ablösung der Putzschalen von den Kuppen des Feldsteinmauerwerks. Einige Bereiche liegen komplett hohl. Der Putz unterhalb der Kassettendecke zeigt sogar Hohlstellen, die sich bewegen, teilweise mit partiellen Verlusten, die als Putzschalen noch an der Wand hängen. Besonders in diesem Bereich befinden sich Ein- und Ausflugstellen der Fledermäuse. Kalkschlämme: Die von Milde 1861 als Grundierung über dem Originalputz aufgebrachte Kalktünche weist wie der Verputz Haftungsprobleme zum Untergrund auf. Durch die Feuchtigkeit und das Auskristallisieren von Salzen an den Oberflächen hat sich diese Schicht in besonders belasteten Bereichen vom Untergrund abgehoben. Milde beließ partiell auch ältere Kalkschichten auf der Putzoberfläche, die sich nun ebenfalls ablösen. Hinzu kommt, daß sich die Kalkschichten untereinander lösen. Das Abplatzen von Kalkschichten ist seit Jahren zu beobachten. In größeren Bereichen liegt die Kalkschlämme nur noch hohl. An den stark geschädigten Malereioberflächen kam es bereits zu Verlusten der Mildeschen Kalkgrundierung. Die beschriebenen Schäden der Kalktünche und der Schlämme zeigen sich im Besonderen nur an solchen Wandflächen, wo auch der Putz durch Absanden und Strukturauflösung gekennzeichnet ist. An diesen Bereichen ist offenbar die Salzbelastung durch Kristallisation am höchsten. Bemerkenswert ist, daß die Salz- und Feuchtigkeitsbelastung in den unteren Darstellungen der Malerei wesentlich geringer auftritt und somit sich auch die betroffenen Bereiche vermindern. Erklärbar ist dieses Phänomen vermutlich durch den Lebensraum der Fledermäuse in den Spalten zwischen Decken und oberem Wandabschluß. Durch die Unmengen an Kot, die sich verstärkt im Bereich der Einfluglöcher konzentrieren und auf der Malerei absetzen, und die vorhandene Feuchtigkeit im Mauerwerk sowie des Raumklimas sind die Salze hier konzentriert. Malschicht: Als Folge der hohen Feuchte- und Salzbelastung sind erhebliche Malschichtverluste des Mildeschen Originals zu verzeichnen. Das Eindringen von Wasser ins Bauwerk auf Grund eines undichten Daches und der damit verbundene Salztransporte haben weitere Verluste der Malerei zur Folge. Die Hauptursache für die zahlreichen Malereischäden stellt die erhebliche Salzbelastung der Wände in Verbindung mit Feuchtigkeit dar, bedingt durch die Unmengen an vorhandenem Fledermauskot an den Wandflächen. Dieser stellt ein sowohl konservatorisches als auch ästhetisches Problem dar. Kot und Urin der Tiere führt nicht nur zur Nitratbelastung sondern auch an der Malereioberfläche zu Flecken und Verfärbungen. Die einfache Abnahme des Kots führt oft zum Malschichtverlust und zu braunen Flecken an der Wandoberfläche.
Eigene Vorarbeiten und bisherige Aktivitäten auf dem Gebiet Malerei: In den Jahren 1997 und 1998 wurde im Rahmen der Diplomarbeit von Elke Kuhnert eine Probeachse mit sehr gutem Ergebnis restauriert. In den folgenden Jahren wurden mit Unterstützung von Spendern, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, des Landes Mecklenburg-Vorpommern, der Landeskirche, des Kirchenkreises und der Gemeinde Semlow weitere Abschnitte an der Malerei restauriert. Während der Arbeiten fielen die starken Nitratbelastungen und die erneuten Verschmutzungen durch den Kot der Tiere schon jeweils nach einem Jahr ins Auge. Innenraum: In außerordentlichen Aktionen während der Wintermonate wurde die Kirche mit ihrem Inventar mehrfach gründlich gereinigt. Im Winter 2003/2004 besonders die Malereien an Orgelmpore, Kanzel, Altar, Taufstein und Epitaph – eine monatelange Arbeit. Die Kirche wird nicht nur für Gottesdienste und andere kirchengemeindliche Veranstaltungen genutzt, sondern auch im Sommer für Konzerte und das ganze Jahr hindurch für Trauerfeiern der gesamten Kommunalgemeinde. Besonders in den Sommermonaten ist es nötig, die Kirche vor jeder Veranstaltung gründlich zu reinigen. Dies geschieht oft ehrenamtlich, und ist notwendig, um eine Verschmutzung der Kirchennutzer und -besucher zu verringern. Im Alltag sind die Kirchenbänke mit Netzen verhängt, was dort einige Linderung bringt. Für das Inventar und die Malereien gib es keinen wirkungsvollen Schutz. Fledermäuse: Schon seit mehreren Jahren kümmert sich die zuständige Fledermausfachgruppe des Naturschutzbundes um die Tiere in der Semlower Kirche. Mit ihr und den übrigen oben angeführten Kooperationspartnern gab es bereits mehrere Beratungen vor Ort, um Naturschutz und Denkmalschutz und der Nutzung der Kirche gleichermaßen gerecht werden zu können. Diese Beratungen gipfelten nun in dieser Projektskizze.
|
|
|
|
 |
 |
|
Kirchengemeinde Semlow Kirchenkreis Stralsund Pommersche Evangelische Kirche Gemeinde Semlow - Amt Ribnitz Landkreis Nordvorpommern Mecklenburg-Vorpommern
|
|
 |
 |
|
Gegenstand und Ziele des Projekts
Beitrag zur Umweltentlastung Die Semlower Kirche bleibt bei weiter Nutzung als Kirche und des Erhalts der einmaligen denkmalgeschützten Innenausmalung als Quartier für die Fledermäuse erhalten. Die Winterquartiere werden artgerecht hergerichtet. Der Winterschlaf der Fledermäuse: Alle heimischen Fledermäuse halten Winterschlaf. Typische Winterquartiere sind Höhlen, Stollen, Bunker oder Keller, die kühl und feucht, aber frostfrei sind. Selten hängen Fledermäuse in den Winterquartieren frei sichtbar an den Wänden. Die meisten suchen Schutz in engen Spalten, Rissen oder Löchern. Um bei einem Winterschlaf von bis zu sechs Monaten Fettreserven zu sparen, sinkt die Körpertemperatur auf die Umgebungstemperatur ab. Herzschlag und Atmung verlangsamen sich im Extremfall um das 40fache. Trotzdem verlieren die Tiere etwa 30 Prozent an Gewicht. Störungen im Winterschlaf haben zu großen Verlusten bei unseren Fledermäusen geführt. Das Angebot neuer Quartiere in der Semlower Kirche wird solche Störungen, wie sie im Kirchenschiff durch Veranstaltungen gegeben sind, verringern. Nach wie vor stehen alle Fledermausarten in Deutschland unter strengem Schutz. Von Predatoren, also natürlichen Feinden, haben Fledermäuse kaum etwas zu befürchten. Die Gefährdungsursachen der Fledermäuse sind fast ausschließlich menschlichen Ursprungs. Eine der größten Bedrohungen der Tiere ist die Quartierzerstörung und Quartiernot. Viele Quartierorte unserer Fledermäuse werden von Menschen unbewusst zerstört. Besonders das höhlenreiche Altholz wurde früher gezielt aus den Wäldern entfernt, Dachböden werden renoviert oder mit Holzschutzmitteln vergiftet, Hohlwände ausgeschäumt und Fugen versiegelt. Alte Bergwerkstollen und Keller werden zugeschüttet und Höhlen für Schauzwecke ausgebaut und von Höhlentouristen begangen. Die sehr ortstreuen Fledermäuse reagieren sehr empfindlich auf Störungen in den Quartieren. Dem wird bei dem Vorhaben Rechnung getragen.
Modellcharakter des vorgesehenen Lösungsweges und innovativer Charakter des Projektes Fledermäuse: Über eine gezielte Erforschung der Lebensgewohnheiten, der Beschaffenheit der Winterquartiere und des Schwarmverhaltens der verschieden Fledermausarten lassen sich Schlüsse ziehen auf die Schaffung von Ausweichquartieren innerhalb der Kirche. Diese Ausweichquartiere sollen in entsprechenden weniger sensiblen Bereichen eingerichtet werden, jedoch nicht im Kirchenschiff. Bei Annahme der Quartiere werden in einem mehrjährigen Prozeß einzelne Einflugschneisen in das Kirchenschiff versperrt, so daß die Belastung der kostbaren Innenausmalung und -einrichtung zurück geht und der Kirchenraum nutzbar bleibt. Erstmalig werden so Lösungsmöglichkeiten erforscht, angewandt und dokumentiert, die auch in anderen Kirchen und sonstigen Gebäuden zu einem guten Zusammengehen von Natur- und Denkmalschutz bei der Verbesserung der Lebensmöglichkeiten für Fledermäuse und des gleichzeitgen Erhalts von Kulturerbe führen können. Dem aus der Sorge um Kulturgüter geborene Weg der heimlichen Vertreibung der Tiere aus Gebäuden kann ein positiver Lösungsweg entgegengesetzt werden. Bisher ist ein solcher Lösungsweg auch über die Grenzen Deutschlands hinaus nicht bekannt. Die Semlower Kirche eignet sich auf Grund der in ihr beheimateten Artenvielfalt und der großen Anzahl der Fledermäuse gut für sachgerechte und repräsentative Untersuchungen und Auswertungen des Vorhabens. Die Problematik des Vorhandenseins der geschützten Tieren in denkmalgeschützten und gar durch die Tiere gefährdeten Gebäudeausstattungen ist allein in der hiesigen Umgebung mehrfach bekannt. Innenausmalung: Zeitgleich mit der Schaffung von neuen Quartieren in der Kirche für die Fledermäuse wird die Innenausmalung weiter restauriert. Dabei ist Bestandteil des Vorhabens die weitere Untersuchung der Nitratschäden an der Malerei, die fachgerechte Restaurierung an durch den Fledermauskot besonders gefährdeten Abschnitten und die Beobachtung und Reinigung bereits restaurierter Malereien. Zugleich macht die Schaffung neuer Quartiere eine denkmalgerechte Begleitung notwendig. Aus diesen Arbeiten wird ein Dokumentation entstehen, die Lösungen für durch von Fledermäusen verursachte Nitrate geschädigte Ausmalungen und für die Reinigung bereits restaurierter Flächen aufzeigt.
Maßnahmen zur Lösung des Umweltproblems - Einbau von Ersatzquartieren im Turm (Juni bis Juli 2004) - Mark-Recapture-Untersuchung (Dez 2004 bis Feb 2005 + Aug bis Sep 2005) - Ersatzmaßnahme ausbauen (Mai bis Jul 2005) - Untersuchungen zur Quartierwahl (Anzahl der Tiere, Verteilung, Quartierwechsel im Verlauf des Winters, ...) (Dez 2004 – Feb 2005 + Aug 2005 + Nov 2005 bis April 2006) - Klimamessungen in Quartierspalten und in Ersatzquartieren (Nov 2004 bis Mär 2005 + Okt 2005 bis Mär 2006) - Lichtschrankensystem zur Datenerfassung (Aug 2005 bis Apr 2006) - Auswertung der Daten (Begleitend zu allen Messungen und Untersuchungen) - Untersuchungen zur Annahme der Quartiere (Nov 2005 bis Apr 2006)
Zeitliche Abstufung der Arbeitsschritte Fledermäuse: - November 2004 bis März 2006 siehe oben - Bei Annahme der neuen Quartiere ab Mai 2006 Schließung erster Einflugschneisen ins Kirchenschiff Innenausmalung: - Mai bis Okt 2005: Restaurierung einer Achse der Innenausmalug (zwei Darstellungen) unter besonderer Untersuchung, Berücksichtigung und Dokumentation der durch den Kot hervorgerufenen Nitratbildung an und in der Wand - Mai bis Juni 2006: Reinigung bereits restaurierter Flächen an einer Probeachse Gesamtvorhaben: - im gesamten Verlauf Dokumentation aller Untersuchungen und Maßnahmen, Veröffentlichung vorhabenbegleitend im Internet - Dez 2006 Abschlußdokumentation Dauer des Projektes: August 2004 bis März 2007
Weiterführung des Projektes
Das Projekt wird unter fachlicher Begleitung durch die Fledermausfachgruppe des NABU und der Restauratorin weiter geführt. Dies betrifft insbesondere die weitere Beobachtung der Tiere, die Schließung von Einflugschneisen in das Kirchenschiff, den Erhalt der neuen Quartiere. Es ist nicht vorgesehen, die Fledermäuse vollständig aus dem Kirchenschiff zu verdrängen. Auf denkmalpflegerischer Seite werden in den folgenden Jahren auf Grund der gewonnenen Erkenntnisse die Innenausmalung und anderes Inventar weiter restauriert und gereinigt. Das Vorhaben und seine Ergebnisse werden einer interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Einmal durch regelmäßige Öffnungszeiten der Kirche. Zum anderen durch Präsentation im Internet. Eine gelungene Zusammenarbeit von Naturschutz und Denkmalschutz kann weit verbreitete Vorurteile über Fledermäuse abbauen und zu ihrem aktiven Schutz auch in genutzten Gebäuden ermutigen.
Eixen, den 24. April 2004 Michael Mahlburg
|
|