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Ergebnisse: Im Untersuchungszeitraum von August 2004 bis April 2006 konnten in der Semlower Kirche acht Fledermausarten, darunter auch die Mopsfledermaus (Rote Liste 1 in M-V, Anhang 2 FFH-RL) nachgewiesen werden. Für alle Arten sind Überwinterungen anzunehmen, konnten aber nur für die Arten Zwergfledermaus, Mückenfledermaus, Breitflügelfledermaus, Braunes Langohr und Mopsfledermaus sicher belegt werden. Der Gesamtüberwinterungsbestand kann auf Grundlage verschiedener Erfassungsmethoden mit mindestens 500 Tieren angenommen werden, wobei Zwergfledermäuse etwa 90 % des Bestandes ausmachen. Damit stellt die Semlower Kirche, u.a. aber auch wegen des hohen Artenaufkommens, eines der bedeutsamsten Winterquartiere Mecklenburg-Vorpommerns dar. Neben dem Kircheninneren (Chor und Empore) wurde der mittlere Turmbereich von Fledermäusen zur Überwinterung genutzt. Die Tiere waren vor allem in Mauerwerksspalten, hinter Grabplatten und Wandbildern sowie zwischen Holzbalken / -Verschalungen und Mauerwerk vorzufinden. Insgesamt konnten 23 separate Quartierbereiche festgestellt werden. Bei Klimamessungen an vier Meßstellen (3-mal innen, 1-mal außen) konnte nachgewiesen werden, daß der äußere Temperaturverlauf in den untersuchten Quartieren (Chor und Empore) aber auch im neu errichteten Ersatzquartier (unterer Turmbereich) stark gepuffert nachgezeichnet wurde. Die Temperaturwerte fielen in den Quartieren auch bei 1-wöchigen Frostereignissen nur sehr selten unter 0 °C und verbleiben auch nur kurzzeitig dort. Das Ersatzquartier wies nahezu identische Temperaturwerte zum Hauptquartier „Grabplatte" (Chor) auf. Die Luftfeuchtewerte zeigten sich hier sehr ausgeglichen, lagen aber mit 95 % etwa höher als im Quartier „Grabplatte" (ca. 88 %). Die erhöhten Luftfeuchtewerte werden dem Abbindeprozeß des Mörtels zugeschrieben und sollten sich demnach spätestens nach zwei Jahren bei einem Wert von 80 bis 85 % einpegeln. Die Klimamessungen zeigten, daß mit der Ausführung des Ersatzquartiers die kleinklimatischen Quartieransprüche der Zwergfledermaus im wesentlichen erreicht wurden. Das Ersatzquartier wurde im September 2004 fertiggestellt und wird seitdem regelmäßig kontrolliert. Bislang wurde aber lediglich 1 % des Gesamtbestandes dort angetroffen. Die Ursachenbetrachtung deutet vor allem darauf hin, daß die Tiere bislang kaum Veranlassung hatten, das Ersatzquartier in der Schwärmphase näher zu untersuchen. Darüber hinaus bietet die Fülle verfügbarer Quartiere ausreichend Überwinterungsmöglichkeiten. Nach dem derzeitigen Ergebnisstand hat das Projekt nicht den gewünschten Verlauf genommen und muß zunächst als gescheitert gelten. Dennoch soll in den kommenden Jahren (2007 bis 2009) mit der „aktiven Umsiedlung" experimentiert werden. An der Reaktion der Tiere auf inszenierte veränderte Bedingungen sollen Ableitungen zur Funktionalität der Ersatzquartiere vorgenommen werden. Ab Juli 2007 soll hierzu das Kircheninnere (Chor / Empore) zeitweise verschlossen und das Schwärmverhalten im unteren Turmbereich dokumentiert werden. Femer sind Schwärmzeitbeobachtungen im Chor geplant, um bessere Erkenntnisse zur Bedeutung des Schwärmens gewinnen zu können. Die Ergebnisse ermöglichen nach jetzigem Kenntnisstand drei Szenarien, deren Spanne vom Belassen des derzeitigen Zustandes bis zum Verschluß des Kircheninneren reicht.
Texte aus dem vorläufigen Endbericht “Umsiedlungsversuch einer Fledermaus-Überwinterungsgemeinschaft in der Semlower Kirche” von Dipl.-Ing. Henrik Pommeranz, Rostock (Juni 2007)
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